Durch Berichte eines 100-jährigen Ingenieurs aus dem damaligen leitenden Konstruktionsbüro des "Fuchsbaus" von 1943,
Offizieren und Soldaten, die bis 1945 im "Fuchsbau" dienten, sowie der Sichtung von verschollen geglaubten Baudokumenten und Aufzeichnungen von am Bau beteiligten Firmenangehörigen besteht nun Klarheit über Zweckbestimmung, geplantes Aussehen, den Bauablauf und die Funktion
So begann die SS in Oranienburg mit den Planungen für ihre unterirdische Nachrichtenzentrale und ließ den Bunker "Fuchsbau" und eine Funkbaracke ab Herbst 1943 schließlich am Osthang einer ehemaligen Kiesgrube im Jagen 116 der Rauener Berge bauen. Trotz mehrerer Planungsänderungen und ständigem Materialmangel konnte nach nur einjähriger Bauzeit im November 1944 der Dienstbetrieb im Bunker aufgenommem werden. Man begann noch mit der Überschüttung des Röhrensystems.Durch das Kriegsende blieb der Komplex aber außen unvollendet. Die beiden Zerschellschichten zum Schutz vor Bomben und eine Verlängerung des Personalstollens um weitere 50m konnten nicht mehr realisiert werden.Von den beiden Treppenstollen der Notausgänge an der Westseite konnten nur noch die untersten Abschnitte gebaut werden.Der größte Teil der Räume wurde durch die Nachrichtentechnik beansprucht. Nur der Leiter der Nachrichtenstelle und sein Stabschef verfügten über separate Dienstzimmer im Südteil des Bunkers.
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Ende 1944 hatte die Waffen-SS ihr eigenes Fernschreibnetz entfaltet, dass sich wie ein Spinnennetz zwischen
Riga, Warschau, Prag, Wien, München, Metz, Apeldoorn und Berlin ausbreitete.
Die neu verlegten Führungskabel dieses Netzes liefen im "Fuchsbau" zusammen, der noch im Oktober 1944 der Führungsnachrichtenabteilung 501 der Waffen-SS unterstellt wurde. Zu Kriegsende unter dem Kommando von Obersturmbannführer Erwin Schumacher, konnten auch hochrangige Offiziere der Wehrmacht den Bunker besichtigen.
Als sich die Panzer der Roten Armee Fürstenwalde im April 1945 näherten, verließen die letzten SS-Einheiten den "Fuchsbau" in Richtung Zossen und machten die zurückgelassene Technik unbrauchbar. Die Geräte und Baumaterialien wurden später demontiert und einzelne Stollenabschnitte durch die sowjetischen Truppen gesprengt.
Die Reste wurden weitgehend von der Bevölkerung im zerstörten Ketschendorf und anderen Orten verwertet.
Die verantwortlichen Bauleiter des Fuchsbau-Bunkers waren SS-Männer und überlebten den Krieg.
Einer führte in Westdeutschland seine Baufirma weiter. Der Andere gab sich als KZ-Häftling aus und wurde
Leiter eines Institutes an der Bauakademie der DDR. Nach Übersiedlung in den Westteil Deutschlands war er an
zahlreichen Großbaustellen in leitender Stellung tätig und starb erst 2001.
Alle hier gemachten Angaben sind dokumentarisch belegt. Eine spätere Veröffentlichung ist vorgesehen.
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