Schlief der OvD, dann schlief auch der ganze Wachzug. In der Wachstube und im Schlafraum grunzten und schnarchten die Posten mit. Sobald der OvD aufstand, wurden die Posten geweckt und sind dann "wie die Hühner", so schnell wie möglich zu ihren Bereichen gerannt. Ein Hauptmann Bloch hatte den Ehrgeiz ,uns zu überführen. Als er OvD hatte, machte er heimlich Spuren zwischen den Stacheldrahtzäunen und wartete dann auf den Alarm, der aber nicht ausgelöst wurde, weil "kein Schwein" die große Akkulampe zum Ausleuchten mitschleppte. Das Theater ging nach hinten los und "verpuffte" wirkungslos.

Oder das Ding mit dem Anzeigeschrank für die Soldaten, die auf Streife mit einem Stöpsel-Telefon unterwegs waren. Das Einstecken des Hörers ließ über Relais ein Lämpchen auf einem beleuchteten Lageplan angehen. Der Wachhabende konnte dann die Meldung, " .. Ohne Vorkommnisse .." entgegennehmen. Hauptmann Bloch saß dann mal vor dem Gerät. Als die nächste Lampe kam, griff er zum Telefon und wunderte sich, dass keine Meldung kommt. Ihm wurde erklärt, dass es verabredet ist, nur bei Vorkommnissen zu melden. In Wirklichkeit schlief die Streife, was man an der Anzahl der Kalaschnikows im Waffenständer hätte unschwer sehen können. Dass die Lämpchen dennoch angingen, dafür sorgte eine von hinten durch die Rückwand geschobene Hand, die ein Relais drückte, damit sich Hauptmann Bloch keine Sorgen machen musste. Ekliger fanden wir schon, als er auf die Wählerscheibe unseres Telefons im Wachlokal die Asche seiner Zigarette ablegte, um zu sehen, ob jemand den unteren Posten warnte. Pfeifer pustete sie einfach weg. Machte den Warnanruf und legte seine eigene Asche drauf. Bloch war sauer. Er montierte beim nächsten Mal die Wählscheibe einfach ab und nahm sie mit. Unser Wachhabender beschwerte sich, denn das Telefon war damit unbrauchbar und das ging wieder nach hinten los.

Ein großes Risiko für uns war die große Außenstreife. Die wurde zu zweit gelaufen und ging um das Objekt herum. Ein EK (Entlassungskandidat) sollte mich einweisen. Er hatte dazu keine Lust und somit wusste ich nicht, wo sie wirklich lang ging. Natürlich hat es mich dann auch erwischt. Der Stabsfeldwebel Brünn kontrollierte uns und ich wurde mit drei Tagen Arrest bestraft. Wir hatten uns auf einer Wiese gesonnt und mein Kamerad warnte zu spät, dass der OvD kontrollieren kommt. Diese drei Tage waren im Nachbarobjekt,der sogenannten Ziegelei "abzusitzen". Ich hatte noch Glück mit meinem Knast, denn
in der Zwischenzeit ging am Petersdorfer See eine Übung mit Zeltaufbau im Wald zu Ende.
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