Der Not-Ausgang läßt sich nicht öffnen! Also doch komplett mit Beton zugelaufen? Sehe mir noch die Einführunsstelle der Elektrokabel an und mir wird klar, daß man hier nur schwer von außen durch den Zuleitungsschacht reingekommen wäre. Hatte das dem BBN e.V. als Variante empfohlen, falls der Übergangstunnel verschüttet wäre. Über die Treppe wieder nach oben und ein kurzer Blick in die Räume der Flugkontrolle. So wie es aussieht, war die Bundeswehr hier nicht drin. Die Ruhe- und Arbeitsräume des Chefs LSK/LV sind eigentlich unverändert. Die bunten Glasfasertapeten sind noch dort, aber die Polstermöbel sind verschimmelt. Jetzt noch schnell zurück in den alten Bunker. Die Räume der Flugwetterwarte sind total geräumt. Mich interessiert nun, wie der MfS-Raum nebenan aussieht. Doch die Tür ist abgeschlossen und jemand hat ein Loch in die Füllung geschlagen. Aus der Übertragungsstelle klingen aufgeregte Stimmen in die Totenstille hier unten. Später erfahre ich nebenbei, daß ein Besucher zielgerichtet aus einem Raum ein Gerät mitgenommen hat. Die Polizei wird gerufen, doch die ist auch neugierig. Die 3 Männer machen erst eine Besichtigungsrunde durch die Katakomben und wundern sich, daß ihr Funkgerät hier unten nicht geht. In der Post-Übertragungsstelle sehe ich nun die einzigen von der Betonmasse sichtbar verursachten Schäden. Im ersten Moment sieht alles normal aus. Doch dann wundere ich mich, dass die Tische hier so niedrig sind: Sie stehen zur Hälfte in erstarrtem Beton, der aus dem Zuführungschacht der Erdkabel von unten eingedrungen ist. Mein Blitzlicht flackert noch kräftig und ich will auch noch in die für mich früher tabu gewesenen Räume der Funksende- und Empfangszentrale rein. Zum ersten Mal sehe ich den Dienstraum des DNZ und den engen Raum mit der Warnzentrale. Noch ein Blick in die Küche und zum Med-Punkt: Auf dem Fußboden liegen noch ungeöffnete Packungen "ATA". Die "Bohnerkeule" im Klimaraum muß auch noch auf meinen Film. Ob die jungen Besucher heute überhaupt noch wissen, was das ist?
Am Gangende wird es hell. Ich rieche die frische Luft und verspüre das Gefühl, als wenn ich wie vor 15 Jahren nach einem 24h-Dienst wieder ans Tageslicht kommen würde. Eine Stunde war ich heute nur im Bauwerk. Meine Akkus haben gut gehalten. Über 80 Bilder habe ich verschossen. Hoffentlich sind sie gut geworden. Die 6 Stunden Heimfahrt im Auto merke ich kaum. Meine Gedanken hängen noch unten im Bunker und ich ärgere mich, daß ich so wenig fotografiert habe.
Ein Dankeschön an BBN e.V., THW und Feuerwehr Fürstenwalde!

Manfred Rassau
23.11.2005

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Die Bohnerkeule:" Standartwaffe" im Fuchsbau
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